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Die Entführung der Welt
dtv Reihe Hanser 2005
ISBN 3-423-62230-X

 

Die Entführung der Welt

Hanser, München 2000,

ISBN 3-446-19897-0

Das Buch erschien 2001 als Hardcoverbuch bei Hanser. 2005 erschien die Taschenbuchausgabe bei dtv/Reihe Hanser, mit einem neuen Umschlagbild von Jörg Müller


Spannung, Magie, Poesie und eine starke, liebenswerte Heldin – was braucht ein Kinderbuch mehr?

 

Eine Reise mit unbekanntem Ziel Brigitte Schär - Die Entführung der Welt as Buch von Brigitte Schär "Die Entführung der Welt" entzieht sich jeder Einordnung in gängige Schubladen. Selbst die Handlung des Romans kann auf mehr als nur einer Ebene gelesen werden. In erster Linie ist es die Geschichte von Lena, einem jungen, sehr neugierigen Mädchen. Draußen vor der Stadt steht ein verschlossener Turm und Lena, die am liebsten als Forscherin unterwegs ist, möchte unbedingt das Turminnere erkunden. Und eines Tages gelangt sie durch eine dunkle Kaverne hinein. Sie findet sich wieder in einem Labyrinth höhlenartiger Gänge, trifft nie gesehene Giganten und die unbekannten Caravaner, zugegeben recht seltsame Höhlenbewohner. "Wir Caravaner, Bewohnerinnen und Bewohner der Höhlenwelt, haben stets dafür gesorgt, dass den Menschen die Geschichten nie ausgingen und auch nicht die Träume." Lena erforscht die neue Umgebung sechs Tage lang. Sie schreibt eigene Geschichten auf, in denen sie ihre Erlebnisse verarbeitet. Und diese Erzählungen sind für sich genommen eine weitere Ebene des Romans, denn in ihnen wird die persönliche Entwicklung von Lena beschrieben, wie sie beispielsweise Teil ihrer eigenen Familie ist und auf eine lange Reihe von Vorfahren zurückblicken kann. Die dritte Lesart bezieht sich darauf, dass die unbekannte Welt des Turms für eine Reise ins eigene Innere steht, das es für jeden Menschen zu erforschen gilt. Hier sind unheimliche Elemente ebenso vorhanden, wie die ungeheure Kraft der Fantasie. Auf welche Weise dieses außergewöhnliche Buch, das den vorgegebenen Rahmen der Kinder- und Jugendbücher sprengt, jeder liest, das gilt es herauszufinden – eine abwechslungsreiche (?) - Aufgabe. © manuela haselberger

 

 

 

reinlesen

Wie ich loszog, den Turm zu erforschen Angefangen hatte alles mit dem Turm. Bei dem hatte ich schon oft gespielt, allein oder mit andern. Ein paar Mal waren wir auch mit der Klasse dort. Der Turm war schon immer abgeschlossen. Das war einfach so. Aber dann, plötzlich, wollte ich doch wissen, was in dem Turm drin war. Wo ich nun einmal nichts lieber tue als Dinge erforschen und Neues entdecken. Mein Leiterwagen steht immer gepackt bereit. Da ist alles drauf, was ich zum Forschen und Entdecken brauche. So bin ich an einem schulfreien Nachmittag mit dem schweren Leiterwagen losgezogen. Wie immer hatte ich niemandem verraten, was ich vorhatte. Auch Papa nicht. Papa hatte ich an diesem Tag überhaupt noch nicht zu Gesicht gekriegt, weil es in der Redaktion mal wieder schrecklich viel zu tun gab. "Die Arbeit frisst ihn noch auf", hatte Mama immer gesagt, als sie noch mit uns zusammen war. Dann verließ sie mich und Papa und zog in eine andere Stadt. In die Stadt, in der auch meine Tante Lilli wohnt, ihre Schwester. Da lebt sie jetzt ganz allein und arbeitet wieder in ihrem Beruf als Biologin. Wenn ich am Wochenende bei ihr bin, habe ich mein eigenes Zimmer. Das ist nur für mich reserviert. S.5

 

 

Mein Buch! Das klang gut. Mich überkam eine große Lust zu lesen. lch wollte sofort beginnen, in den Büchern zu schmökern. Und vor allem hätte ich zu gern einen Blick in das letzte Buch geworfen, das in die Bibliothek gebracht worden war. "Lande doch bitte einmal", rief ich Raxas 531 zu. "Ich möchte mir das zuletzt gedruckte Buch ansehen!" Außerdem war mir, wie jedes Mal, schwindelig von der rasanten Fliegerei. Diesmal sogar noch mehr, weil ich noch auf dem Flug an all den Regalen entlang etwas hatte sehen wollen und darum die Augen weit offenhielt. Da flog Raxas 531 eine Schleife und kehrte ein Stück zurück. Er landete auf dem Boden. Eine Leiter lehnte an dem Regal, das von unten her erst zur Hälfte gefüllt war. Ich stieg hinauf, hoch und immer höher, bis ich bei den zuletzt gedruckten Bänden ankam und nach dem äußersten Buch in der Reihe greifen konnte. Dem letzten Buch, das hier in der Höhlenenwelt entstanden war. Oben auf der Leiter stehend blätterte ich darin. Ich las den Anfang der ersten Seite und betrachtete die schönen farbigen Bilder zwischen all den Wörtern. S. 39 Ich blieb lange sitzen. Ich wartete, das etwas geschehen würde. Raxas 531 hatte so geheimnisvoll getan. Wo blieb er jetzt bloß? Nein, so sang- und klanglos durfte das wunderbare Abenteuer auf keinen Fall zu Ende gehen. Ich wollte einen richtigen Abschied. Einen fröhlichen. Und was hatte Raxas 531 denn damit gemeint, als er sagte: "Dann werden wir sehen, was dein Aufenthalt hier bewirkt hat." Was würden wir sehen. Und warum wir? Wo war er denn nun, mein Raxas, bitte schön? Ich musste ihn unbedingt noch mal sehen! Oder ich würde sehr unglücklich sein. S. 181

 

Pressestimmen:

 

 

„In zahlreichen Unterkapitel gegliedert, schlägt die Handlung immer wieder spannende Haken, um erneut in überraschende Übereinstimmungen zusammenzulaufen. Durch die Einführung neuer Kreaturen, das ständige Aufblitzen von Gefahren und das Spiel mit unbekannten Räumen, die wie in konzentrischen Kreisen die Protagonistin umgeben, bleibt die Aufmerksamkeit bis zum Schluss erhalten. Ein sehr empfehlenswertes Fantasyabenteuer für LeserInnen ab 9 Jahren.“

Bibliotheks Nachrichten

„Die Vorbilder, die hier eingeflossen sind, könnten ein Seminar zur Weltlitaratur füllen: Die Giganten stellen die Verbindung zu Homers „Odyssee“ her, wo sich der Titelheld gegen Polyphem behaupten muss. Lenas Gang ins Dunkel ähnelt Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde. Das Motiv der Bibliothek, in der die Geschichten der Kinder aufbewahrt werden, könnte in Jorge Luis Borges Erzählung „Die Bibliothek von Babel“ einen Vorläufer haben. Die skurrilen Gestalten der Caveraner kann sich gut vorstellen, wer Alice schon einmal ins Wunderland begleitet hat (....). Das alles steckt in Brigitte Schärs grossartigem Buch, das zum Innersten führt, was Kinderliteratur überhaupt zu bieten hat: zum Mittelpunkt der Phantasie.“
Ostthüringische Zeitung

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